Menstruation: Die große Unbekannte

Sport, Frauenarztbesuch, Sex – in der Regel erlaubt?

Insbesondere bei Mädchen, aber auch bei jüngeren Frauen gibt es viele Fragen rund um das Thema Menstruation: Kann ich trotz Blutung Sport treiben? Ist Sex jetzt tabu? Kann ich trotz Periode zum Frauenarzt? Hier werden zehn Mythen und Märchen rund um die Menstruation genau unter die Lupe genommen.

1. Während der Menstruation auf Sport verzichten

Im Gegenteil! Sport kann sogar gegen Regelbeschwerden helfen. Bewegung entspannt den Bauch und kann so Schmerzen vorbeugen.

2. Sex während der Menstruation ist tabu

Gegen Geschlechtsverkehr während der Menstruation ist aus medizinischer Sicht nichts einzuwenden. Wenn die Lust da ist, spricht absolut nichts dagegen. Allerdings sollte vorsichtshalber trotzdem nicht auf Verhütung verzichtet werden.

3. Während der Menstruation ist eine Schwangerschaft ausgeschlossen

Eine Schwangerschaft ist immer abhängig davon, ob sich Eizelle und Spermium vereinigen. Da der Eisprung aufgrund von Unregelmäßigkeiten nicht immer exakt in der Mitte des weiblichen Zyklus stattfindet, kann es theoretisch auch während der Periode zur Schwangerschaft kommen.

4. Menstruationsblut ist infektiös

Menstruationsblut ist weder giftig, noch gefährlich oder infektiös. Es handelt sich um ganz normales Blut, das mit Scheidensekret und Schleimhautresten vermischt ist. Menstruationsblut ist vollkommen natürlich und keineswegs ein Grund, sich zu schämen.

5. Schwimmen während der Menstruation geht nicht

Trotz Regelblutung muss man aufs Schwimmen nicht verzichten. Die Bewegung kann helfen, Schmerzen zu lindern. Wichtig ist nur, einen Tampon zu benutzen und ihn vor und nach dem Schwimmen zu wechseln.

6. Der Mond bestimmt den Menstruationszyklus

Auch wenn der Mond ebenfalls einen Zyklus hat und häufig als Erklärung für Stimmungen gerade bei Frauen herhalten muss, gibt es hier keinen Zusammenhang. Die Menstruationszyklen variieren von Frau zu Frau zwischen 25 und 35 Tagen und sind völlig unabhängig vom Mondzyklus.

7. Eisenmangel durch Menstruation

Im Vergleich zu Männern weisen Frauen generell niedrigere Eisenwerte auf. Bei einer normalen Menstruationsblutung laufen sie dennoch nicht Gefahr, dass es zu einem plötzlichen Eisenmangel kommt. Erst bei extrem starken und langanhaltenden Menstruationsblutungen ist ein Eisenmangel möglich. Auch Vegetarier und Veganer sind davon häufiger betroffen. Denn sie nehmen über die Ernährung meist weniger Eisen zu sich. Typische Anzeichen für eine Unterversorgung sind eingerissene Mundwinkel, dunkle Augenringe, Müdigkeit sowie Konzentrationsschwäche. Bei Verdacht, sollte der Frauenarzt den Eisenwert messen. Liegt ein Mangel vor, kann der Experte ein Eisenpräparat verschreiben.

8. Eine Untersuchung beim Frauenarzt ist während der Menstruation nicht möglich

Das stimmt nur teilweise. Ist die Regelblutung nicht zu stark oder bereits wieder am abklingen, ist eine gynäkologische Untersuchung durchaus möglich. Bei einer starken Blutung hingegen, so wie es meist zu Beginn der Menstruation der Fall ist, ist eine Untersuchung nicht empfehlenswert. Denn für die Früherkennung ist z. B. ein Muttermundabstrich nötig, der bei starken Regelblutungen nicht gelingt.

9. Vor der Menstruationsblutung ist die Laune im Keller

Aufgrund der Hormonumstellung kann es durchaus sein, dass sich Stimmungsschwankungen einstellen. Das ist aber von Frau zu Frau unterschiedlich und kann auch ganz ausbleiben. Das sogenannte prämenstruelle Syndrom, kurz PMS, ist ein Sonderfall. Dieses geht oft mit Gereiztheit oder gar Depressionen einher. Der Leidensdruck kann dabei so groß sein, dass eine Behandlung empfehlenswert ist.

10. Hautunreinheiten vor der Menstruation

Es kann durchaus sein, dass sich durch die Hormonumstellung vermehrt Hautunreinheiten und Pickelchen bemerkbar machen. Ein Regelkalender hilft dann dabei, Zusammenhänge zwischen den hormonellen Schwankungen und Hautproblemen festzustellen. Zusammen mit dem Frauenarzt lassen sich Lösungen für das Problem finden.

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